Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

Die Flüchtlingsthematik ist allgegenwärtig und es gibt verschiedene Wege, sich ihr zu nähern. Für mich ist das Lesen des E-Books Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge (mikrotext) bisher einer der bereicherndsten.

Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

Ende August 2015 schlossen sich die BlogerInnen Paul Huizing, Nico Lumma, Karla Paul und Stevan Paul zusammen und riefen die Crowdfunding-Aktion Blogger für Flüchtlinge ins Leben, um auf die ankommenden Geflüchteten in Deutschland aufmerksam zu machen. Das Spendenziel war schnell erreicht und wurde sogar übertroffen. In Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge versammeln sich nun die Stimmen derer, die auf ihren Blogs Beiträge zu diesem Thema verfasst haben. Unter dem Hashtag #BloggerfuerFluechtlinge reflektierten und diskutierten diese Blogger_innen gemeinsam das Thema Flucht, jede und jeder aus einem anderen Blickwinkel. Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge erschien Anfang Dezember und versammelt nun über 50 Texte jener Blogger_innen. Einige erzählen von ihrer konkreten Arbeit in der Flüchtlingshilfe, andere erinnern sich an die Fluchtgeschichte ihrer Großeltern und wieder andere machen sich in ihren Texten stark gegen so genannte „besorgte Bürger“. All diese Blogbeiträge sind durchweg mit einer persönlichen Note versehen. Die vielen kleinen Geschichten haben die Autor_innen selbst erlebt und das schwingt im Erzählton als auch im Erzählten an sich mit. „Das E-Book soll eine Sichtbarmachung [von] Solidarität sein, ein deutliches Zeichen, dass die Hetzer nicht die Mehrheit sind“, heißt es auf der Internetseite von mikrotext. Für mich ist dieses Ziel ganz klar erreicht. Jeden Tag verbringe ich viel Zeit in der U-Bahn. Jeden Tag hole ich dann mein Handy heraus und lese einen weiteren Abschnitt des E-Books, fühle mich in meinem Denken bestätigt und merke, dass ich damit nicht allein dastehe. Es ist schön, zu lesen, dass so viele Menschen sich engagieren, ihre Türen öffnen und einfach mal sich selbst ein wenig zurückstellen, um anderen zu helfen. Ich denke, dass ich das Ausmaß dessen, was geflüchtete Menschen in ihrem Heimatland und auf dem Weg zu uns erlebt haben, nur erahnen kann. Deshalb finde ich es umso wichtiger, ihnen hier Unterstützung anzubieten und ein Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln. Jeder einzelne Text in diesem E-Book ist ein Plädoyer für genau diese Nächstenliebe.

Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge

So sieht das Ganze dann auf dem Smartphone aus.

Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge gibt es übrigens nur als E-Book. Der Verlag mikrotext, der 2013 ins Leben gerufen wurde, hat sich auf das Veröffentlichen von digitalen Büchern spezialisiert. mikrotext stellt dabei den Anspruch, dass die publizierten Texte kompakt sein und gleichzeitig komplexe Themen behandeln sollen. Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge ist einer dieser Texte und im Übrigen mein allererstes E-Book. Ich war zunächst eher skeptisch, da ich gedruckte Bücher lieber mag. Ich muss aber zugeben, dass so ein E-Book auf dem Handy, vor allem für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, sehr praktisch sein kann.

Nun bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich euch diese Anthologie sehr ans Herz lege. Außerdem könnt ihr mit dem Kauf des E-Books für schlappe 4,99 € auch etwas Gutes tun: Die gesamten Erlöse aus dem Verkauf werden an #BloggerfuerFluechtlinge gespendet.

Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge. Hg. von Katharina Gerhardt, Caterina Kirsten, Ariane Novel, Nikola Richter, Frank O. Rudkoffsky, Eva Siegmund, ca. 500 Seiten auf dem Smartphone, mit Fotos der Blogger. 4,99€. ISBN 978-3-944543-28-4.

Kategorie Blog, Mischmasch, Rezensionen
Autor

Aufgewachsen im schönen Brandenburg lernte ich schon früh die ländliche Einöde lieben und hassen zugleich. Heute kehre ich immer wieder gern heim, wohne allerdings lieber in urbanen Räumen. Mein Masterstudium hält mich derzeit literarisch auf Trab. Nebenbei versuche ich, die Welt zu entdecken. Auf Poesierausch möchte ich über Literatur und Kultur schreiben – so, wie ich sie erlebe.

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