Und sonst so? [Monatsrückblick März 2025]

Die ersten frühlingshaften Tage kommen uns nach diesem harten Kita-Winter gerade gelegen und locken uns auf die Spielplätze dieser Stadt. Was neben Buddeln, Schaukeln und Rutschen sonst so los war bei uns im März, lest ihr hier.

Gelesen

JULIANE: Im März habe ich zwei Bücher gelesen, zum einen Geht so von Beatriz Serrano in der Übersetzung von Christiane Quandt, zum anderen Die bärtige Frau von Bettina Wilpert. Beide Romane konnten mich leider nicht vollends überzeugen, waren aber auch nicht grundlegend schlecht und haben mit mir vielleicht einfach nicht die passende Leserin erwischt.

STEFAN: Im März habe ich Ein kurzes Buch vom fröhlichen Untergang von Olga Flor gelesen, eine Dystopie in postapokalyptischem Setting. Die Kürze tut dem Roman leider nicht gut, er wirkt hingeworfen, mal gibt es blanke Beschreibungen der Welt, dann etwas Plot, insgesamt wenig Originalität – am Ende von allem zu wenig, um zu überzeugen.

Dann habe ich AIR von Christian Kracht gelesen. Das männlich-weiß-alte Feuilleton ist hin und weg, ich fand es – gut. Der Roman mischt einen mild dystopischen, kapitalismuskritischen Near-Future-Plot mit einem mild utopischen Fantasy-Abenteuer-Plot, was abwechslungsreich ist und Spaß macht. Dazu gibt es wohlplatzierte Feuilleton-Honeypots, die aber nicht nerven. Kurzweilig und gut, aber keine Offenbarung.

Dann habe ich Survival of the Richest. Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind von Douglas Rushkoff gelesen. Eine recht flott geschriebene Abrechnung mit der Welt der Superreichen und den Tech-Milliardären und ihrem alles beherrschenden Mindset des Shareholder-Kapitalismus im Besonderen. Aufgrund der hohen Aktualität des Themas merkt man dem Buch sein Alter leider etwas an – das Original erschien 2022 in den USA. Trotzdem eine Empfehlung.

Gerade lese ich Das Fest von Lucy Fricke, ein kleines Buch über das Altern und die Menschen, die man in seinem Leben hatte – und womöglich immer noch hat. Bisher gut!

Gesehen

JULIANE: Eines meiner allerliebsten Bücher of all times, Marzahn, mon amour von Katja Oskamp, wurde jetzt für die ARD als Mini-Serie adaptiert. Vieles wurde hier im Vergleich zum Buch anders umgesetzt, aber die Liebe zu den Menschen dieses Randbezirkes kommt trotzdem in jeder Minute durch – große Empfehlung. Und es gibt wohl keine bessere Besetzung für die Hauptrolle als Jördis Triebel.

STEFAN: Mein Highlight im Herbst war The Residence auf Netflix. Eine schnell erzählte Krimi-Serie mit federleichtem Jim Jarmusch-Touch und ganz viel Who-done-it. Schön unterhaltsam, wahnsinnig schnell, schräg und klug.

Außerdem habe ich noch Paradise auf Disney+ geschaut, eine gut gemachte Dystopie in einer postapokalyptischen Welt, in der sich die Elite der USA in eine unterirdische Stadt zurückgezogen hat. Draußen ist ein Atomkrieg eskaliert, die Welt ist unbekannt und verstrahlt, während drinnen eine Intrige den Frieden aus den Angeln hebt.

Gehört

JULIANE: Endlich: Das neue Album von Lady Gaga – MAYHEM – wurde veröffentlicht. Ich finde es ganz großartig und habe das Gefühl, die Sängerin kehrt wieder ein wenig zu ihren Anfängen zurück. Aber eigentlich ist es für mich auch egal, welchen Stil sie gerade ausprobiert, ich mochte bisher all ihre Phasen und freue mich, dass Gaga im November auch für zwei Termine nach Berlin kommt.

STEFAN: Einer meiner liebsten Podcasts hört auf, Lakonisch Elegant ist seit Ende März Geschichte. Der Kulturpodcast mit Christine Watty und Kais Harabi war nicht nur wegen seiner Literaturfolgen mit 54books auf meiner Playlist gesetzt, sondern auch wegen seines ziemlich unelitären Zugangs zur Kultur und den ganz allgemein meistens großartig am Zeitgeschehen orientierten Themen. Es war mir eine Ehre, euch zuhören zu dürfen, und ich bin gespannt, was nun nachkommt.

Gemacht

JULIANE: Ende des Monats stand mal wieder die Leipziger Buchmesse an, und ich habe mich halb beruflich, halb als Bloggerin – und leider ohne meinen Buchmesse-partner-in-crime Stefan – durch die vollen Hallen gequetscht. All die tollen Gespräche und Begegnungen haben mich unendlich beglückt, auf die große Reizüberflutung während der zwei Tage hätte ich allerdings verzichten können. Und trotzdem werde ich wohl nächstes Jahr wieder am Start sein.

Außerdem habe ich eine sehr beeindruckende Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie besucht. Dort wird noch bis zum 6.4. die Retrospektive zu Nan Goldins Werk unter dem Titel »This Will Not End Well« gezeigt. Das sind vor allem eindrückliche Dia-Shows und Filme, die Nan Goldin über die Jahre ihres Schaffens erstellt hat und die in der intimen Atmosphäre von extra für die Ausstellung geschaffenen Pavillons gezeigt werden.

STEFAN: Wir waren im März ein Wochenende auf dem Bauernhof, und zwar im kleinsten Dorf Sachsens. Ein toller Hof mit Eseln, Pferden, Schafen, Laufenten, Gänsen, und natürlich Rindern. Ein Traum für das Kind – und auch für die Kinder in uns.

Kategorie Blog, Mischmasch

Aufgewachsen im schönen Brandenburg lernte ich schon früh die ländliche Einöde lieben und verteufeln zugleich. Heute kehre ich immer wieder gern heim, wohne allerdings lieber in urbanen Räumen. Lesen geht ja zum Glück überall und bietet Ausflüge in diverse Welten. Hier schreibe ich über meine Lektüren.

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