Das Frühjahr nimmt im Februar fahrt auf, literarisch wie meteorologisch. Finally, noch mehr Winter war auch kaum noch auszuhalten. Was sonst so los war im Februar, lest ihr hier.
Gelesen
JULIANE: Kurzer Monat, aber ganze drei Bücher gelesen – wer ist diese Frau? 🙂 Los ging es direkt zu Beginn des Februars mit einem Banger, wahrscheinlich sogar Jahreshighlight: In Es ist hell und draußen dreht sich die Welt, dem Romandebüt von Dita Zipfel entwickelt sich zwischen zwei Paaren im gemeinsamen Urlaub ein Kammerspiel, das nicht nur super spannend ist, sondern sich auch nachdrücklich für Solidarität unter Frauen ausspricht. Toll, toll, toll!
Dann habe ich meine bereits fünfte Graphic Novel von Liv Strömquist gelesen: Ich fühl’s nicht (Ü: Katharina Erben). Die Autorin betrachtet darin die Liebe in Zeiten des Spätkapitalismus und wie unsere auf Konsum getrimmte Gesellschaft sie verändert hat – wie immer witzig, feministisch und theoretisch fundiert.
Zum Ende des Monats hat mich Kaleb Erdmanns Debüt wir sind pioniere stilistisch herausgefordert, da der komplette Roman in Kleinbuchstaben und ohne Satzzeichen verfasst wurde. Das war zu Beginn gewöhnungsbedürftig, hat mich dann aber schnell in einen Sog gezogen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ein wilder Ritt, der Spaß gemacht hat und sehr gut durchdacht wurde.
STEFAN: Ich habe im Februar den Hit-Roman aus den Niederlanden gelesen, Oroppa von Safae El Khannoussi, übersetzt von Stefanie Ochel. Der Roman zeichnet ein sehr diverses und aufrüttelndes Bild der nordafrikanischen Diaspora in den Niederlanden und Europa. Wie jeder Erzählreigen kann er aber nicht bei allen Geschichten die gleiche hohe Qualität abliefern, sodass es hier und da auch Durchhalten heißt.
Gelb, auch ein schöner Gedanke von Nefeli Kavouras ist ein absolut ergreifendes Debüt über eine Familie, die über den nahenden Tod des Vaters immer weiter auseinander driftet. Mutter und Tochter kommen in ihrer komplett unterschiedlichen Trauer einfach nicht zusammen. Ein hochemotionaler, witziger und leichter Roman über ein tonnenschweres Thema.
Tomer Gardi hat abgeliefert: Liefern ist ein Roman über die Menschen, die euch an faulen Abenden das Essen bringen. Er ist global angelegt und sammelt ganz unterschiedliche Geschichten über Lieferfahrer von Indien bis Tel Aviv. Bestelltes Essen wird nie mehr das gleiche sein.
Gesehen
JULIANE: Ich war im Februar regelrecht süchtig nach der ARD-Dokuserie Wie die Liebe geht. Acht Jahre lang werden hier vier Paare begleitet, vom großen Liebestaumel, durch Höhen und Tiefen, bis hin zur Frage: Was bleibt nach acht Jahren von der Liebe? Bei wem geht sie, bei wem ist sie geblieben? Ich kann nur so viel sagen: Ich musste heulen, und das passiert mir nicht of beim Fernsehen.
Außerdem war ich mal wieder allein im Kino und habe mir den von vielen Seiten sehr empfohlenen und mittlerweile Oscar-nominierten Film Sentimental Value angeschaut. Und ja, der war schon irgendwie atmosphärisch und schön, aber hat mich nicht so umgehauen, wie viele andere Menschen aus meinem Umfeld. Vielleicht waren meine Erwartungen aber auch einfach zu hoch nach all den Vorschusslorbeeren.
STEFAN: Meine Guilty Pleasures sind ja Polizei-, Agenten- und neuerdings auch Krankenhausserien. Die dritte Staffel von Night Agent passt da wieder sehr gut rein. Mit viel Action und Spannung geht es für Peter wieder um den Globus, um eine Verschwörung aufzudecken, deren Ausmaße er sich selbst kaum träumen ließ.
Gehört
JULIANE: Mit zwei Kolleginnen habe ich Mitte Februar einen DVD-Abend (ja, so was gibt es noch) bei uns zu Hause veranstaltet. Wir haben Eiskalte Engel geschaut, einen DER Filme meiner Jugend. Der Film ist okay gealtert, aber der Soundtrack ist nach wie vor einfach nur grandios.
STEFAN: Nachdem es alle möglichen Preise abgeräumt hat, habe ich mir auch endlich mal das neue Turnstile-Album Glow On angehört. Ein Hardcore-Album, das zwei Grammys gewinnt und auf allen möglichen Bestenlisten von 2025 steht, muss ich mir natürlich auch mal anhören. Am Ende ist es kein Wunder, dass es so abräumt, ist es doch extrem poppig und eingängig, mit fast loungigen Tame Impala-Vibes, die es nie zu stressig werden lassen. Für mich etwas zu sehr Richtung easy listening, um wirklich tief einzusteigen, aber es gibt Schlimmeres.
Gemacht
JULIANE: Im Vorfeld der Veröffentlichung von Dita Zipfels Romandebüt Es ist hell und draußen dreht sich die Welt gab es in den Räumen des Suhrkamp/Insel Verlags ein richtig schönes Dinner-Event mit der Autorin. Ein wunderbarer Abend mit leckerem Essen, tollen Gesprächen und einer einzigartigen Aussicht über Berlin-Mitte.
Apropos lecker Essen: Nachdem ich an einem Samstagnachmittag mit meiner Mutti das PUR-Musical Abenteuerland besucht habe – was großen Spaß gemacht hat –, ging es abends mit Stefan noch zum Fine Dining ins Vaust – ebenfalls sehr köstlich und einfach schön, mal wieder zu zweit abends essen zu gehen.
STEFAN: Ich habe mir die »Berlinpremiere« von Nefeli Kavouras’ Debüt Gelb, auch ein schöner Gedanke angeschaut. Es war bei allem Tod, der durch die Geschichte wogt, ein überaus fröhlicher und entspannter Abend, was auch an der Moderation von Ludwig Lohmann gelegen haben mag.
Außerdem haben wir eine neue Heizung im Bad bekommen und können dieses nun auch im Winter über 16 Grad heizen. Ich weiß einfach nicht mehr, wie wir vorher überhaupt mit diesem Badezimmer leben konnten, aber nun ist es vollbracht und einfach ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.
