[DBP 18] Gert Loschütz: Ein schönes Paar

In seinem neuen Roman Ein schönes Paar (Schöffling & Co.) erzählt Gert Loschütz nicht nur von einer Liebe, die an der Republikflucht zerbricht, sondern auch vom Schmerz einer Kindergeneration, die das alles miterlebt hat.

Gert Loschütz: Ein schönes Paar

Zugegeben, der Autorenname Gert Loschütz sagte mir bis vor seinem aktuellen Roman Ein schönes Paar, der mir sowohl im Feuilleton als auch auf den Literaturblogs in den letzten Monaten verstärkt aufgefallen ist, nicht viel. Seltsam, denn sein Œuvre ist weder klein noch unbedeutend, doch sein letzter Roman liegt mittlerweile sieben Jahre zurück. Das Buchpreisbloggen für den diesjährigen Deutschen Buchpreis war für mich nun der willkommene Anlass, mir ausgerechnet diesen Longlist-Kandidaten herauszupicken.

Eröffnet wird der Roman mit einer Nahaufnahme, der emotionalen und technischen Betrachtung eines Stereoskops. Mit diesem kann man von einer Stereokamera aufgenommene Bilder betrachten, die dann durch den 3D-Effekt sehr lebendig wirken. Eine alte Technik, die ich auch als Kind benutzt habe. Bei mir waren es zumeist Märchenbilder, ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen. In Ein schönes Paar denkt der Erzähler darüber nach, wie tröstend und zugleich schmerzhaft Stereoskope in einer Zeit vor Skype, WhatsApp etc. für Paare waren, die an verschiedenen Orten lebten.

Ich könnte mir vorstellen, dass Liebespaare, die voneinander getrennt leben mussten, über diese Erfindung sehr froh waren. Eine Zeit lang jedenfalls, bis sie die Nähe, die doch nicht greifbar war, rasend machte.

Mit diesem Einstieg wir