Tschüssi 2019 | Unsere Highlights

Alle Jahre wieder verabschieden wir die vergangenen zwölf Monate in den Ruhestand mit einem kleinen Abgesang. Na gut, es ist erst das dritte Mal, aber auch neue Traditionen wollen gepflegt und gehegt werden. 2019 hatte einiges auf dem Kasten, das lassen wir nun Revue passieren.

Wir haben dieses Jahr genau 42 Rezensionen gepostet, dazu kamen die üblichen Rückblicke (noch später dieses Jahr …) und Beiträge unserer Freund*innen. Danke an euch! Insgesamt 57 Beiträge sind auf den Blog gegangen, also gut einer pro Woche. Dazu sind unsere Rezensionen von Indie-Büchern nun auch auf we read indie zu lesen, eine schöne Erfahrung in einem tollen kleinen Team.

Jetzt aber genug Zahlen, denn es geht ja hier um Highlights, und das sind Statistiken dann doch eher selten. Mein persönliches Highlight, erstmal ganz abgesehen von den Büchern: unser neues Buchfoto-Format! Da hat sich Juliane Anfang des Jahres was Feines überlegt, das mich immer wieder freut. Unserem Küchentisch sei Dank.

Trommelwirbel! Jetzt kommen tatsächlich Bücher. Für mich hat das Jahr gleich mit dem absoluten Highlight angefangen: Kanada von Juan Gomez Bárcena ist wie eine Definition dessen, was mutige Literatur sein kann. Originell, bewegend, höchst literarisch und spannend, gleichzeitig unglaublich tief. Wahnsinn. Anderen Wahnsinn bot dann Mitte des Jahres Juan S. Guse in seinem zweiten Roman Miami Punk. Diese schinkengewordene Verbeugung vor David Foster Wallace ist genauso bekloppt wie genial – wer öfter hier reinschaut, weiß, dass genau das meine Lieblingsbücher ausmacht.

Honorable mentions gibt’s aber natürlich auch noch: Pixeltänzer von Berit Glanz, Kachelbads Erbe von Hendrik Otremba und Milchzähne von Helene Bukowski haben mich alle auf ihre Weise dieses Jahr noch schwer beeindruckt und erfreut. Bei den Sachbüchern war ich dieses Jahr leider nicht mehr so dran, Faschist werden von Michela Murgia hat aber definitiv einen Platz bei den Highlights verdient. Ein satirischer Faustschlag gegen das rechte Gesocks und dessen Allmachtsphantasien. Lucky Punch (I wish it was …).

Und hier seht ihr Julianes Highlights 2019: »Von meinem absoluten Oberhighlight des vergangenen Jahres, Katja Oskamps Marzahn, mon amour, habe ich hier bereits ausgiebig geschwärmt. Darüber hinaus war ich sehr begeistert von Sarah Kuttners neuem Roman Kurt – ein wahrer Pageturner. Stilistisch besonders interessant fand ich den Buchpreis-Shortlist-Titel Kintsugi von Miku S. Kühmel und auch das Debüt von Yannic Han Biao Federer. Bei den thematischen Höhepunkten war Svenja Gräfens zweiter Roman Freiraum ganz vorn für mich dabei – endlich mal unaufdringliche Diversity in Romanform.«

Auch sonst war wieder viel los. Die jährlichen Stammgäste wie der indiebookday, die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt und der open mike wurden von zahlreichen Lesungen und Partys begleitet. Außerdem waren wir dieses Jahr als Fahrer*innen auf dem Wortgarten Festival in der Uckermark unterwegs und auch vermehrt auf Demos zu finden und Teil des ersten Berliner Bookswaps.

Ansonsten sind wir in eine neue Wohnung gezogen und haben uns ein großes Bücherregal gegönnt. Nicht mehr wegzudenken! Urlaub gab es natürlich auch, aufgrund von Jobwechseln und anderen anstrengenden Dingen des täglichen Lebens dieses Jahr etwas weniger spektakulär. Türkei, Irland und Stettin waren aber auch nicht zu verachten.

Das war’s für 2019! Wir hängen die 20 hinten ran und verabschieden uns. Bis 20, 20!

Kategorie Blog, Mischmasch
Autor

Aufgewachsen im schönen Brandenburg lernte ich schon früh die ländliche Einöde lieben und hassen zugleich. Heute kehre ich immer wieder gern heim, wohne allerdings lieber in urbanen Räumen. Mein Masterstudium hält mich derzeit literarisch auf Trab. Nebenbei versuche ich, die Welt zu entdecken. Auf Poesierausch möchte ich über Literatur und Kultur schreiben – so, wie ich sie erlebe.

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