Und sonst so? [Monatsrückblick Januar 2022]

Der Januar stand bei uns ganz im Zeichen des Umzugs. Blut, Schweiß und Tränen gab es also mehr als genug. Zum Glück hatten wir ordentlich vorproduziert, denn Lesen war nicht mehr so weit oben bei den Prioritäten. Was sonst noch so los war, lest ihr hier.

Gelesen

JULIANE: Obwohl der Januar ja ein sehr langer (und in Berlin tendenziell eher grauer) Monat ist, habe ich es lediglich geschafft, ein einziges neues Buch zu beginnen: Mein kleines Prachttier von Marieke Lucas Rijneveld. Außerdem stand auch lesetechnisch bei mir vieles im Zeichen der neuen Wohnung. Stefan hatte mir zum Geburtstag ein Buch über Moodboards geschenkt, von dem ich mich im Januar vorfreudig für die neue Wohnung inspirieren ließ.

STEFAN: Trotz Umzugs konnten wir noch ein paar Posts aus dem Weihnachtsurlaub absetzen. Und alles Highlights! Zunächst Boys don’t cry von Jack Urwin, praktisch das niedrigschwellige Standardwerk zu toxischer Männlichkeit. Große Empfehlung, nicht nur für cis Männer (aber für die besonders). Dann Die Freiheit einer Frau von Édouard Louis. Zum Autor muss man wohl nicht viel sagen, er hat sich mit seinem gleichzeitig knallharten und gefühlvollen Blick auf die Menschen der Unterschicht, aus der er stammt, einen Namen gemacht, dem er auch hier wieder gerecht wird – und dabei deutlich sanfter ist als in den Vorgängern. Den Abschluss macht Radikalisierter Konservatismus von Natascha Strobl. Das kleine Buch beschreibt kurz und knapp das Abdriften des Konservatismus in den Populismus, vor allem am Beispiel von Sebastian Kurz, der mittlerweile durch diverse Intrigen auch schon wieder Geschichte ist – sein politisches Erbe aber nicht.

Gesehen

JULIANE: Ende Dezember stieg ich bei meinem Freund Phili – der hier ja auch des Öfteren mal rezensiert – ins MUBI-Abo ein und wollte von da an weniger Netflix und mehr Arthouse-Filme schauen. Hat nicht wirklich geklappt, Ende Januar haben wir beide uns dazu entschlossen, den Account zu kündigen. Immerhin einen Film, den ich schon immer mal sehen wollte, habe ich noch geschaut: Der Swimmingpool (1969) mit Romy Schneider und Alain Delon in den Hauptrollen. War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung, wenn auch mein Auge sich erstmal wieder gewöhnen musste an langsam erzählte Stoffe und Kameraführungen, die sehr viel Zoom beinhalten und auf Effekt ausgelegt sind.
Eine große, große Empfehlung im Serienbereich ist auf jeden Fall Die Discounter auf Amazon Prime – witzig, skurril und nahbar. Ein kleines Kunstwerk (und für mich auch ein bisschen melancholisches Zurückdenken an meine Zeit als Kassiererin in Jena).

STEFAN: Wir haben mal wieder die öffentlich-rechtlichen Mediatheken leergeschaut. Neben dem Umzugsstress waren zwei Serien unsere Rettungsanker nach stressigen Tagen voller Arbeit, Kisten und Werkzeug: Eldorado KDW und Sløborn. Erstere ist natürlich mal wieder deutsches Historytainment, wie man es kennt: immer eher etwas oberflächlich, etwas überambitioniert im Hineinprojizieren aktueller Diskurse und hölzern in den Dialogen. Trotzdem gute Unterhaltung. Sløborn zeigt aber, dass auch gute Serien auf internationalem Niveau in Deutschland möglich sind. Neben Dark und vielleicht Der Pass mal wieder ein richtiges Highlight.

Gehört

JULIANE: Neben vielen pumping Beats zum Ein- und Auspacken von Umzugskisten habe ich mich im Januar seit Langem mal wieder der Hörbar Rust von radioeins gewidmet. Zwischen 2017 und 2019, als es noch gar nicht so viele reine Interviewpodcasts gab, habe ich exzessiv wöchentlich gelauscht, welche Infos Bettina Rust aus ihren Gästen so rauskitzelt. Dann kam irgendwann Hotel Matze und hat die Hörbar bei mir abgelöst. Aber jetzt gibt’s ein Comeback, und was soll ich sagen – Rusts Stimme und ihr Einfühlungsvermögen für ihre Gäste sind nach wie vor unschlagbar.

STEFAN: Ich habe einen neuen Podcast gefunden! Passiert irgendwie auch nicht so oft, daher durchaus eine Meldung wert: Zündfunk Generator von BR2. Es geht um aktuelle Themen, die Kultur und Politik zusammen denken, und das aus verschiedensten Bereichen. Wirklich empfehlenswert. Außerdem habe ich noch den Wissenschaftspodcast IQ – Wissenschaft und Forschung abonniert, ebenfalls von BR2. Auch hier, verschiedenste Themen, immer gut aufbereitet.

Gemacht

STEFAN: Tja, was soll man sagen. Wir sind umgezogen! Von Blut, Schweiß und Tränen habe ich schon geschrieben, viel mehr ist wohl kaum dazu zu sagen. Ich kann mir wirklich nichts Stressigeres vorstellen. Von daher fühlt sich mein Körper jetzt, eine Woche nach dem Umzug, auch immer noch komplett geschunden an. Und es nimmt auch kein Ende! Einfach schlimm. Aber die neue Wohnung ist es wert. Das muss.

JULIANE: Und nach all den Strapazen haben wir uns gestern einen ganzen Tag im Vabali Spa gegönnt. Das war schööööön – da lagen wir wie das Faultier unten auf ganz weichen Liegen rum und haben viel gelesen und sind hin und wieder gemütlich weggeschnubbelt. Ein Traum.

Geklickt

JULIANE: Ich habe mal wieder ein Rezept für einen sehr leckeren und erfrischenden veganen Kuchen für euch rausgesucht – und zwar für diese Trauben-Joghurt-Torte. Köstlich, ein Hingucker und ganz einfach gebacken.

STEFAN: Post-Umzug-Stimmung:

© https://slothconservation.org/how-is-coronavirus-affecting-sloths/
Kategorie Blog, Mischmasch
Autor

Aufgewachsen im schönen Brandenburg lernte ich schon früh die ländliche Einöde lieben und hassen zugleich. Heute kehre ich immer wieder gern heim, wohne allerdings lieber in urbanen Räumen. Beruflich bin ich im Sachbuch unterwegs, nach Feierabend widme ich mich dann der Belletristik und schreibe hier über meine Lektüren.

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