Und sonst so? [Monatsrückblick Oktober 2021]

Der Oktober lockte mit einer sonnigen Urlaubswoche auf Teneriffa und hat nicht enttäuscht. Viel Lesezeit und spannende Gespräche auf einer minimierten Frankfurter Buchmesse gab’s obendrauf.

Gelesen

JULIANE: Nachdem ich Anfang Oktober den grandiosen erzählenden Essay Allein von Daniel Schreiber beendet hatte, stürzte ich mich direkt ins nächste Sachbuch. Im neu gegründeten AKI-Verlag erschienen Mitte Oktober die ersten fünf Bücher, darunter meine Oktoberlektüre Ein strahlendes Licht von Audre Lorde – eine Sammlung von Essays, Tagebucheinträgen und Interviews von der und über die Feministin.

STEFAN: Der Oktober war mal wieder ein starker Monat. Endlich! Gestartet sind wir mit einem absolut starken Debüt, Greta und Jannis von Sarah Kuratle. Der Roman erzählt eine Jugendromanze mit bemerkenswerter Sprachgewalt und eigenwillig gedoppelter Perspektive. Der Essay Gegenwartsbewältigung von Max Czollek wendet sich dann dem konservativen Kampfbegriff der Leitkultur zu, um ihn gründlich zu zerstören. Sehr gut! Gute Unterhaltung auf hohem Niveau bietet Die Anomalie von Hervé Le Tellier, der eine Verdopplung der Realität in ironisch-kritischem Realismus durchexerziert. Den Abschluss macht Die verschissene Zeit von Barbi Marković, das seine wunderbar verschrobenen Zutaten leider nicht beständig genug umsetzt, aber zeitweise extrem gut ist.
Dazu gab es noch Kurzrezensionen. Diesmal zu Margaux de Wecks Lockdown-Erzählung Ein verlängertes Wochenende, der aktuellen Ausgabe von Das Gramm. Außerdem zum Roman Schutzzone von Nora Bossong, der mich überhaupt nicht überzeugen konnte, und Der Irrweg von Martin Lechner, den ich ebenfalls abbrechen musste.

Gesehen

JULIANE: Meine allerbeste Freundin Anika ist seit einigen Jahren auf YouTube unterwegs und dreht dort coole Videos, vor allem über Bücher. Zuletzt mochte ich ihr Interview mit Kevin Silvergieter sehr, hab’s in der Badewanne geschaut – kann ich empfehlen.

STEFAN: Mit The Billion Dollar Code ist mal wieder eine deutsche Netflix-Produktion im Hollywood-Format am Start. Sehr spannend erzählt und thematisch voller Sprengstoff gegen die Monopolmacht von Google & Co., entkommt der Vierteiler aber doch nicht dem typisch deutschen Verlangen nach schönen dramaturgischen Kurven und seichten Rückblenden. Schade, aber spannend bleibt es auch trotz des Kitschs.
Außerdem wurde die zweite Staffel der deutschen LOL-Ausgabe ausgestrahlt. Das weltweit erfolgreiche Format glänzt auch hier. Diesmal begeistern wieder Max Giermann, Kurt Krömer und Anke Engelke, die auch schon bei der ersten Ausgabe dabei waren. Dazu kommen aber noch ein perfekter Bastian Pastewka, Annette Frier und einige mehr. Wieder ein Highlight.

Gehört

JULIANE: Auf einer einstündigen Busfahrt durch Teneriffa habe ich dieses Interview mit Carolin Kebekus im Hotel Matze gehört. Es geht um die deutsche Comedy-Branche, Emanzipation und darum, weshalb sie sich lange gegen das »Label Feministin« gesperrt hat.

STEFAN: Mich hat eine Ausgabe vom Podcast Das Thema der Süddeutschen Zeitung über Wohnen begeistert. Mit Architekt*innen geht es um die Frage, wie Wohnen in Zeiten der Klimakrise und der Urbanisierung mit immer weiter ansteigenden Mieten weiterhin möglich sein kann, und zwar für alle.

Gemacht

JULIANE: Der Herbst meint es wettertechnisch bisher ganz gut mit uns – ist das womöglich dieser goldene Herbst, von dem immer alle reden? Ich habe die sonnigen Tage genutzt und u.a. zusammen mit einem Freund einen Flohmarktstand angemietet. Die Einnahmen waren eher mau, der Spaß dafür umso größer. Außerdem kam uns eine Freundin aus Göttingen besuchen. Wir waren zusammen im C/O, meinem liebsten Ausstellungsort in Berlin. Die Fotoausstellungen zu Lee Friedlander und Peter Miller laufen noch bis Anfang Dezember und sind sehr zu empfehlen. Und natürlich war auch noch die Frankfurter Buchmesse, live und in Farbe. Wir waren für einen Tag vor Ort, konnten aufgrund der begrenzten Besucher*innenzahl, der breiteren Gänge und minimierten Standzahl alles sehen und alle lieben Menschen treffen, mit denen wir uns verabredet hatten. War irgendwie ganz schön, wäre da nicht dieser eine Stand der Rechten gewesen …

STEFAN: Ende Oktober hieß dieses Jahr Urlaub! Wir haben uns zum ersten Mal auf die Kanaren getraut, genauer nach Teneriffa. Entgegen des Rufs als Rentnerparadies haben wir eine Inseln voller Aktivitäten und mit perfektem, fast schon zu warmem Wetter bekommen. Einfach perfekt für den einbrechenden Herbst in Deutschland. Wir haben noch einmal alle Akkus mit Sonne, Strand, Wanderungen mit kilometerweiten Aussichten und wunderbarer Entspannung aufgeladen. Und wir kommen bestimmt wieder – wenn die Inseln nur nicht so weit weg wären …

Geklickt

JULIANE: Zum Thema Buchmesse, rechte Verlage und die ganze Debatte drumherum gibt es eine wie immer kluge Kolumne von Margarete Stokowski zu empfehlen.

STEFAN: Lautsprecher an, jetzt kommen Faultierbabys zur Sprache:

Kategorie Blog, Mischmasch
Autor

Aufgewachsen im schönen Brandenburg lernte ich schon früh die ländliche Einöde lieben und hassen zugleich. Heute kehre ich immer wieder gern heim, wohne allerdings lieber in urbanen Räumen. Beruflich bin ich im Sachbuch unterwegs, nach Feierabend widme ich mich dann der Belletristik und schreibe hier über meine Lektüren.

4 Kommentare

  1. Nicht zu vergessen: der wichtige Support von Stefan beim Flohmarktstand. Ohne ihn wäre das alles nicht möglich gewesen! Danke für den schönen Tag ihr zwei!

    • Stefan wird schon ganz rot. Er hat nämlich wirklich ALLES gegeben, wie wir beide wissen. 🙂 Danke DIR für den tollen Sonntag.

  2. Ach Nosseli ♥
    Danke für deinen Support!!! Und was für eine Ehre, auf diesem Blog erwähnt zu werden ♥
    Das war ja weider ein abwechslungsreicher Monat bei euch. Ich freue mich sehr, dass euch Teneriffa gefallen hat und kann euch auch Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote empfehlen.
    Ich drücke euch 🙂

    • Mehr als verdient! <3 Und ja, ich habe mir vorgenommen, auch mal die anderen kanarischen Inseln zu erkunden. Da ist mir bisher ja echt was entgangen. Dicker Drücker zurück.

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